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20.05.2015

Kataloge

Digitalkatalog – Wegweisend für die Zukunft?!

Diese Saison hat Jack Wolfskin mit uns seinen ersten Digitalkatalog veröffentlicht. Im Vorfeld – im Zuge von Konzeption, Gestaltung, Programmierung etc. – waren damit viele Fragen verbunden: Was bedeutet das für die Marke, den Leser, was für den Handel und was letztlich für unsere Arbeit?

Bisher waren die Kataloge von Jack Wolfskin reine Printprodukte, die wir bereits seit 20 Jahren für diesen Kunden erstellen: von der ersten Idee über das Konzept, Produktlisting, die Erarbeitung der Bildsprache bis zum Text und zur Gestaltung. Im letzten Schritt begleitete unsere Produktionerin den fertigen Katalog auch an der Druckmaschine. Diese Printversion lag in den Jack Wolfskin Stores aus und wurde international an die Kunden verschickt. Für Internetnutzer stellten wir ein Flipbook der gedruckten Version zur Verfügung. Nun hieß es umdenken – die digitalen Kanäle standen im Vordergrund: Statt Druck- kalkulierten wir Programmierkosten, Printerzeugnisse wie Postkarten und Poster wurden nun als unterstützende Vermarktungstools eingesetzt.

Neue konzeptionelle Möglichkeiten mit Mehrwert

Ein solches Digitalprojekt eröffnet zahlreiche neue konzeptionelle Möglichkeiten: Denn der Leser bewegt sich nicht nur wie gewohnt horizontal, also „blätternd“ im Sinne von klicken oder wischen (swipen), durch den fürs Tablet optimierten Katalog. Um einen Mehrwert gegenüber dem Printprodukt zu bieten, ermöglicht es die Programmierung dem Leser, nach Belieben in die Tiefe zu scrollen – bei einer Geschichte über ein Outdoor-Erlebnis mit starken Bildern etwa, bei Highlight-Produkten oder einer neuen Technologie.

Über vielfältige aktive Navigationsmöglichkeiten und -hilfen gelangt der Leser direkt zu seinem Wunsch- und Genderkapitel. Genauere Informationen zu einem bestimmten Produkt bekommt er über das Quick-View-Fenster, das sich per Klick öffnet. Durch die Verknüpfung des Digitalkatalogs mit dem Shopsystem erfährt der User auf Wunsch noch mehr über seinen ausgewählten Artikel: Darüber hinaus kann er ihn in allen verfügbaren Farben ansehen und gleich in den Warenkorb legen.

Konsumenten, die ihre Funktionsjacke oder Wanderschuhe bevorzugt im stationären Fachhandel kaufen, weil sie die persönliche Beratung o. Ä. schätzen, erfahren in der Navigation, wo in der Nähe sich ein Store befindet und ob der ausgewählte Artikel verfügbar ist. Auch hebt der Katalog gleich zu Beginn die Kompetenz der Stores hervor – fachkundige Anwendungs- und Kombinationstipps, Reparaturservice usw.

Stöbern können und inspirieren lassen

Der Digitalkatalog macht neugierig und weckt Lust etwas Neues zu entdecken. Er lädt zum Stöbern und Inspirierenlassen ein, nicht nur zur Suche wie in einem Onlineshop: Auch Storys und Technologien werden ausführlicher erzählt bzw. detailliert erklärt.

Um das Katalogerlebnis spielerischer und spannender zu gestalten, erarbeiteten wir dafür spezielle interaktive und dynamische Elemente. Beispielsweise haben wir Videos, 360-Grad-Ansichten von Produkten sowie Technikerklärungen eingebunden.

Via Slideshow von verschiedenen Szenen und Momenten vermitteln wir Eindrücke von Fotoproduktionen und nehmen den User mit auf die Reise. Wie beispielsweise das Tragesystem des EDS-Rucksacks funktioniert, haben wir als Parallaxe aufbereitet. Aus wie vielen Schichten ein Trekkingschuh besteht, ist für den User erlebbar, je weiter er auf der Footwear-Kapitelstartseite nach unten scrollt – von der festen Wandersohle bis zur zusätzlichen Stabilisierung. Gefällt dem Leser eine Seite mit einem Produkt besonders, kann er den Katalog per Sharing-Funktion auf seinen Social Media-Kanälen mit anderen teilen.

Fazit

Seit Anfang März ist der erste Digitalkatalog online (jack-wolfskin.de/katalog): der erste für unseren Kunden und der erste für uns. Es war ein neuer, mutiger Weg, den Jack Wolfskin damit gegangen ist, einerseits die Interessen und das Image der Marke zu berücksichtigen und diese dann in Einklang mit den Storebetreibern zu bringen. Der Katalog befindet sich nun in der Bewährungsphase, was er der Marke mittel- bzw. langfristig gebracht hat, ist derzeit noch offen und wird nach der Saison ausgewertet.

Generell nehmen wir aus diesem Projekt folgende Erfahrung mit: So viele Vorteile die digitale Welt an User-Aktivität, Vernetzung zu anderen Inhalten, selbstbestimmter Informationstiefe auch bietet, so wenig kann sie mit einem gedruckten Katalog mithalten, der beispielsweise monatelang im Wohnzimmer des Konsumenten auf dem Couchtisch liegt. Ein Papierprodukt, das der Leser aktiv in die Hand nimmt und wodurch ein Sinneseindruck in Verbindung mit der Marke entsteht, wird immer nachdrücklicher in Erinnerung bleiben als Bilder auf dem Computer. Daher wagen wir für all unsere Kunden eine Deutung in die Zukunft: Es wird auf die richtig eingesetzte Kombination von Print- und Digitalwerbemittel ankommen, um den Endverbraucher dauerhaft als Marke zu bewegen.

intention Werbeagentur Bonn
Katharina Voigt
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