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25.02.2015

Strategie

Labor: Nachhaltiges Verpackungsdesign 

Was sind die Erfolgsfaktoren für die Gestaltung nachhaltiger Verpackungen? Auf diese Frage suchen wir Antworten – in unserem Testlabor zur Nachhaltigkeit. Das Versuchsobjekt: ein Agentursaft. Die Zielgruppe: die Mitarbeiter der intention Werbeagentur Bonn, ästhetisch anspruchsvolle, offene Um-die-Ecke-Denker und pragmatische Realisten. Die vier Hauptthemen des Testlabors: Verpackung, Design, Text und Inhalt. 

Glas, klar! 

Das Produkt selbst ist die stärkste Inspiration. Die frische, bunte Farbwelt gesunder Säfte muss auch im Design zum Ausdruck kommen. Das Material der Wahl ist Glas: transparent, mit klarem Fokus auf das Produkt, wieder befüllbar und umweltfreundlich. Der Deckel der Flasche ist ein Hingucker: bunt und frei von schädlichen Weichmachern wie PVC, BPA und Phtalaten. 

Der visuelle Aspekt wird komplementiert durch vollendete Haptik: Die nahezu tropfenförmige, kantenlose Form der Flasche ist ein Handschmeichler. Der hohe ästhetische Anspruch unserer Zielgruppe wird mit dem Nachhaltigkeitsanspruch der Verpackung verknüpft.

Elemente der Gestaltung

Die Gestaltung des Etiketts ist transparent, modern und minimalistisch. Vor allem aber ist sie ungewöhnlich! Das klare Design ist an das Periodensystem der Elemente angelehnt, und zwar aus folgenden Gründen:

Erstens: Aufmerksamkeit und Neugier. Die Gestaltung provoziert die Beschäftigung mit dem Produkt. Viele Bio- und Öko-Produkte kommen mit einem schnörkeligen Design, organischen Formen und erdigen Farben daher. Der minimalistische Ansatz des Periodensystems erfüllt nicht nur den Wunsch nach moderner Ästhetik, sondern auch nach erwünschter Beschäftigung mit dem Produkt.

Zweitens: Experiment und Serie. Die Anlehnung an das Periodensystem weist darauf hin, dass es sich um eine Serie handelt, die mit immer neuen Mischungen fortgeführt wird. Spiel- und Experimentierfreude der Zielgruppe werden hier zusammengebracht und mit der Möglichkeit weiterer Saftideen verknüpft.

Drittens: Vergangenheit und Zukunft. Das Periodensystem der Elemente ist eine Gemeinsamkeit innerhalb der Zielgruppe. Es weckt Erinnerungen an unsere Schulzeit und ist gleichzeitig modern, sachlich und zeitlos.

Sprachliches Gegengewicht

Der Name des Agentursafts hebt den Effekt hervor: Der Saft erfrischt, regt die Kreativität an, bringt zündende Ideen, ist also ein „Ideenzünder“. Er wirkt im übertragenen Sinne als Katalysator für ergebnisreiche Denkprozesse und passt damit in die chemische Assoziationswelt. Die Mischungen werden wie im Periodensystem üblich mit Abkürzungen dargestellt, die auf dem Etikett erläutert werden.

Der minimalistischen Gestaltung setzen wir Haikus entgegen, die die Saftmischungen phantasievoll beschreiben. Wir bleiben damit auf der Abstraktionsebene: Die japanische Gedichtform gilt als das kürzeste Gedicht der Welt. Die Safthaikus ergeben damit ein harmonisches Gleichgewicht von Gestaltung und Text. Gleichzeitig kommen so auch die Sprachästheten innerhalb der Agentur auf ihre Kosten. 

Marktforschung mit Kostprobe

Für die Marktforschung innerhalb der Agentur stehen die Saftkreationen AhV (Apfel-Holunder-Vanille), KrC (Kirsch-Chili), Amz (Apfel-Möhre-Zimt) und H2O (Mineralwasser mit Rosmarinzweig) bereit. Die Zutaten folgen den Kriterien „bio“, „regional“ und „saisonal“. Gewürze oder Kräuter stimulieren die Geschmacksnerven mit ungewohnten Kombinationen. 

Wir schenken ein und hören zu, denn erst der Dialog mit unserer Zielgruppe führt zum Erfolg. KrC und H2O sind die Favoriten; das Design hat den gewünschten Effekt. Aus den Rückmeldungen folgen leichte Anpassungen, u. a. geschmacklich. Bio ist machbar, regionale und saisonale Zutaten werden möglichst berücksichtigt, sind aber nicht gesetzt – so kommt auch der Liebling O-Saft wieder ins Spiel.

Hätte der Agentursaft am Point of Sale eine Chance? Das muss er nicht. Im Labor für nachhaltiges Verpackungsdesign dürfen wir frei experimentieren und kreieren. Aber aktuelle Produkte im Handel bestätigen unseren Anspruch an Innovation, Modernität und Transparenz. Dennoch: Unsere stärksten Kritiker sind die Mitarbeiter der Agentur, aber künftig auch Kunden, die uns besuchen. Denn dann wird dem einen oder anderem Gast sicherlich mal ein Glas Agentursaft eingeschenkt.

intention Werbeagentur Bonn
Sonia Golas
0228 97734-280
sonia_golas(at)intention.de
Artdirektion

Lutz Pieper
0228 97734-283
lutz_pieper(at)intention.de
Artdirektion