Mädchen hört Clubhouse-Podcast im Bus

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Trends for Friends

The fear of missing out – Clubhouse klettert auf Platz 2 der deutschen Download-Charts im App Store

Clubhouse – war die App vor einer Woche noch ein richtiger Underdog, ist sie jetzt in aller Munde. Binnen 24 Stunden kletterte die App „Clubhouse: Drop-in audio chat“ – die es momentan noch ausschließlich im App Store für iOS gibt – binnen weniger Tage auf Platz 2 der Download-Charts. Das liegt mitunter an der Exklusivität der Nutzung.

Nur „eingeladene“ Personen können bei der Audio-only-App mitmischen. Wie muss ich das verstehen? Ganz einfach! Jeder Nutzer hat ganze ZWEI Einladungen frei, mit denen er zwei Telefonkontakten eine Einladung zur Nutzung der App senden kann. Diese Verknappung – und der damit einhergehende Exklusivitätsfaktor – hat einen regelrechten Hype auf anderen Social-Media-Plattformen ausgelöst und führte sogar dazu, dass Clubhouse-Einladungen teilweise schon auf ebay gehandelt werden. Die Marketingstrategie der App-Entwickler geht also voll und ganz auf.

Hier die Hard-Facts (Stand 19.01.21):

676k Beiträge unter dem Hashtag #clubhouse

8.170 Tweets zu Clubhouse in Deutschland

1,1M Aufrufe von TikToks mit dem Hashtag #clubhouseapp

33,9k Aufrufe von TikToks mit dem Hashtag #clubhouseinvite

Was ist Clubhouse eigentlich?

Clubhouse ist eine Audio-only-App, bei der man Gesprächen ähnlich wie bei einem Podcast zuhören kann, nur dass die Sessions live gestreamt werden. Das ist in etwa vergleichbar mit einer Art Telefonkonferenz. Dabei gibt es drei unterschiedliche Rollen, die man bei einer solchen Session einnehmen kann: 1. Die Moderatoren, sie moderieren die Session und können Leute zur Audience einladen, Speaker benennen und entfernen. 2. Die Speaker, sie sind diejenigen, die sich aktiv an der Diskussion beteiligen und mitreden können. Sie können ihr Mikrofon ein- oder ausschalten. 3. Die Zuhörer, sie bilden die Audience, welche die Diskussion verfolgt und einfach nur zuhört. Sie haben keine Audiofreigabe. Wer trotzdem etwas zur Diskussion beitragen möchte, kann sich jedoch jederzeit per Knopfdruck melden. Es obliegt dann dem Moderator, ob er diesen Zuhörer zum Speaker macht oder eben nicht.

FOMO – die Angst, etwas zu verpassen

Die Zahlen belegen: Die Marketingstrategie der Entwickler greift perfekt. Gerade im digitalen Zeitalter, in dem jeder ein Smartphone besitzt, ist die Angst etwas zu verpassen riesig. Die sozialen Netzwerke ermöglichen es uns, zu jeder Zeit und an jedem Ort ständig up-to-date zu sein. Etwas zu verpassen ist für viele keine Option. FOMO, kurz für „the fear of missing out“ macht sich auch Clubhouse durch die künstliche Verknappung zunutze. Dies, gepaart mit prominenten Nutzern mit hoher Reichweite, wie Rapper Drake in den USA, kreiert den extremen Hype um die neue App.

Datenschutz is calling

Neben dem ganzen Hype gibt es aber auch jede Menge Bedenken. Trotz immens hoher Downloadzahlen und vieler Nutzer hagelt es momentan auch jede Menge Kritik. Datenschützer schlagen Alarm. Möglicherweise verstößt das Datenschutzkonzept der App sogar gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), so laut tagesschau.de in einem Bericht vom 19.01.21. Ferner spricht die saarländische Datenschutzbehörde im Gespräch mit tagesschau.de drei datenschutzrechtlich fragwürdige Punkte an:

  1. Zugriff der App auf das Kontakt-Adressbuch des iPhones
  2. Intransparenz seitens der App-Betreiber: Bisher wird nicht ersichtlich, wofür die gespeicherten Nutzer-Daten eigentlich verwendet werden
  3. Mitschnitt von Gesprächen. Hier betont Clubhouse, die Mitschnitte dienten der Qualitätssicherung

Gekommen, um zu bleiben?

Die im Frühjahr letzten Jahres gestartete App aus den USA erzielte zuerst in den Staaten enorme Erfolge. Jetzt schwappt der Trend über nach Europa und kommt auch hier super an. Momentan wird die App mit rund 82,78 Millionen Euro bewertet und hat unserer Meinung nach Potenzial, sich als Format zu etablieren. Wir finden: die App bietet neben anderen Social Media Plattformen jede Menge Raum für Content und Diskussion abseits von Likes und Kommentaren. Allerdings sollten sich die App-Entwickler nochmals Gedanken zum Schutz der Nutzerdaten machen, Sicherheitslücken schließen und  definitiv transparenter werden.

intention Werbeagentur Bonn

Rebecca Barth
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Social Media Manager