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Expertenmeinung

Reels ist das neue TikTok – oder doch nicht?

Die Kurzvideo-App TikTok des chinesischen Unternehmens „ByteDance“ ist besonders in Zeiten der Corona-Pandemie für viele ein willkommener Zeitvertreib. Ob man selbst TikToks dreht, oder stundenlang durch die schier endlose Flut an lustigen und unterhaltsamen Lip-Sync- und Tanzvideos scrollt: TikTok ist, gemessen an den Downloadzahlen des ersten Quartals 2020 in den Appstores von Google und Apple, die momentan beliebteste App der Welt.

Für Marketer besonders interessant: Gen Z ist über diese Plattform am ehesten zu erreichen – denn fast Dreiviertel aller TikTok-Nutzer sind laut Zahlen zwischen 13 und 24 Jahre alt. TikTok steckt somit schon längst nicht mehr in den Kinderschuhen, sondern hat sich in den letzten Monaten von einer Plattform mit tanzenden Teenagern zu einer ernstzunehmenden Marketing-Plattform entwickelt. Ein Grund mehr also für Unternehmen mit jungen Zielgruppen, sich diese Plattform mal genauer anzuschauen.

TikTok in Zahlen

Die Zahlen stammen aus einem Pitch Deck Leak, der von AdAge (Paywall) veröffentlicht wurde. Demnach nutzen weltweit circa 800 Millionen Menschen TikTok. Davon sind rund 69 % der Nutzer zwischen 16 und 24 Jahre und 31 % 25 Jahre oder älter. Durchschnittlich verbringen die Nutzer rund 46 Minuten pro Tag auf TikTok und öffnen die App meist 8 Mal am Tag. Mit dem im Juli gelaunchten TikTok-Creator-Marketplace möchte TikTok für Unternehmen als Werbeplattform in Erscheinung treten und die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und „Creatorn“ vereinfachen. Auf dieser Plattform können Marken anhand von auswählbaren Kriterien die passenden Kooperationspartner für ihre Kampagnen finden. Hier finden Unternehmen sowohl relevante Kennzahlen wie „durchschnittliche Reichweite“, „Engagement Rate“, „Aktive vs. inaktive Follower“ zur Bewertung des Kooperationskanals als auch demografische Angaben über die Follower der Creatorn wie „Alter“, „Wohnort“ oder „Geschlecht“.

Was TikTok kann, kann Instagram natürlich auch

TikTok ist bei vielen Smartphone-Nutzern schuld daran, dass die Bildschirmzeit einiger nahezu explodiert. Bildschirmzeit, die die bisher weltweit beliebteste Video- und Bildplattform Instagram nur ungern an die chinesische Konkurrenz abgeben will. Die Lösung – Instagram Reels. Ähnlich wie der Facebook-Konzern damals dem Aufschwung von Snapchat durch die Einführung der „Instagram-Stories“ entgegengewirkt hat, soll nun auch Reels eine Alternative zu TikTok darstellen. Was kann nun also dieses Reels?

Reels, das so sein will wie TikTok

Instagram Reels ist die Antwort von Instagram auf TikTok und ist seit Anfang Juli, nach einer Testphase in Lateinamerika, nun auch in Deutschland nutzbar. Dabei handelt es sich um eine neue Funktion, mit der man 15-Sekunden-Videos aufnehmen und bearbeiten kann. Es geht im Wesentlichen darum, (verschiedene) Kurzvideos miteinander zu kombinieren, sie mit Musik zu hinterlegen und mit unterschiedlichen Videogeschwindigkeiten zu bearbeiten. Reels können, anders als Storys, auch im Feed oder in der Story geteilt werden. Ähnlich wie bei IGTV geht es bei Reels um eine organische Verbreitung von Inhalten und den Ausbau von individuellen Video-Empfehlungen. Reels haben, genau wie das IGTV, einen eigenen Reiter in Instagram-Profilen bekommen.

So nutzen Unternehmen Instagram Reels und profitieren von den Kurzvideos

Momentan orientiert sich der visuelle Schwerpunkt von Reels noch sehr stark an der klassischen Instagram-Ästhetik und den plattformgängigen Motiven der perfekt inszenierten Instagram-Welt. Hier fehlt es den Kurzvideos aktuell noch an Tiefe und Substanz, um sich auf ganzer Linie mit TikTok messen zu können. Dennoch bietet Reels eine Chance für Unternehmen und Marketer. Reels befindet sich aktuell noch in einer Erprobungsphase und Instagram hat großes Interesse, dieses Format weitestgehend zu etablieren, weshalb die Werbetrommel für das neue Tool aktuell mächtig gerührt wird. First Mover können sich momentan ohne großen Aufwand an einer enorm hohen Reichweite und großer Aufmerksamkeit für ihre Reels erfreuen. Und, auch wenn nicht vielleicht jedes Reel durch die Decke geht, sollten Unternehmen Instagram Reels jetzt schon testen und erste Erfahrungen mit dem neuen Format sammeln. Bei anderen Unternehmen und Wettbewerbern, wie mymuesli (https://www.instagram.com/mymuesli/), Red Bull (https://www.instagram.com/redbullgermany/) und Kapten and Son (https://www.instagram.com/kaptenandson/) ist die neue Funktion auch schon im Einsatz. Es lohnt sich also, bei den genannten Unternehmen einfach mal auf die Instagram-Kanäle zu schauen und sich inspirieren zu lassen.

Mehr als nur ein Kampf um Follower und Likes?

Aktuell scheint es aber fast nicht mehr nur noch so, als wäre die Frage zwischen TikTok oder Instagram Reels die Frage, ob man lieber Pepsi oder Coca Cola mag – nein, der Fight der Social-Media-Kanäle um Influencer, Follower und Likes scheint mehr zu einem wahren Politikum gereift zu sein. USA vs. China heißt es sinnbildlich bei Instagram vs. TikTok, denn die USA wirft dem chinesischen Unternehmen hinter TikTok „Bytedance“ vor, rechtswidrig Daten von Nutzern mitzulesen und diese auf chinesischen Servern zu speichern und an die chinesische Behörden weiterzugeben. TikTok dementiert diese Vorwürfe vehement und versucht momentan, das Image der Plattform aufzupolieren. Dennoch stuft die USA TikTok als nationales Sicherheitsrisiko ein und will mit aller Macht ein Verbot der App durchsetzen. Präsident Trump an vorderster Front, hat laut Süddeutscher Zeitung am vergangenen Freitag bereits angekündigt, TikTok in den USA verbieten zu wollen. Die Nutzung der App auf Smartphones des US-Militärs und der Regierung ist bereits untersagt. Ein komplettes Nutzungsverbot von TikTok gibt es bereits seit Ende Juni in Indien. Aktuell mischt aber auch der US-amerikanische Softwaregigant Mircosoft mit und erwägt eine Übernahme von TikTok. Laut Mitteilung des Unternehmens erwägt Mircosoft, TikTok in den USA, Kanada, Australien und Neuseeland zu übernehmen und zu betreiben. Die Gespräche über eine mögliche Übernahme sollen voraussichtlich noch bis zum 15. September andauern. Mircosoft erhofft sich durch die Übernahme der beliebten Video-App zu Google und Facebook aufschließen zu können. Wie die Verhandlungen rund um ein Verbot oder eine Übernahme letztendlich ausgehen, ist zum derzeitigen Zeitpunkt noch sehr schwer vorauszusagen. Der Kampf um Reichweite, Likes und Follower bleibt jedoch spannend und wir halten euch selbstverständlich auf dem Laufenden!

Unsere Quellen für euch – falls ihr tiefer in die Thematik einsteigen wollt:

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